In den Trockenen Subtropen wurde nun auch mit der Neubepflanzung begonnen. Heute wurde der erste „Schwiegermutterstuhl“ oder Echinocactus grusonii in das frühere Kakteenhaus gepflanzt – bei schätzungsweise 30 kg Gewicht eine herausfordernde Aufgabe für das gärtnerische Personal. Die neuen Schauvitrinen für kleine Sukkulenten und Kakteen wurden eingebaut und warten nun auf die Bepflanzung. Ebenfalls heute wurde mit der Neugestaltung des Epiphytenhauses (des früheren Orchideenhauses) begonnen, indem Robinienäste für die spätere Bepflanzung mit tropischen Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) installiert wurden.

Die noch ausstehenden Restarbeiten betreffen hauptsächlich die Regelungstechnik, die noch fehlende Deckschicht für die Wege in den Sukkulentenhäusern und die Wiederherstellung bzw. Neugestaltung der Außenanlagen. Hier und da sind auch noch einige kleinteilige Restarbeiten an den Häusern auszuführen, im wesentlichen sind die eigentlichen Bauarbeiten jedoch abgeschlossen. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für den Besucherbetrieb auf Hochtouren – die Installation einer neuen Kasse, Erarbeitung und Umsetzung eines Hygienekonzepts, Herstellung von Faltblättern und Infotafeln und viele andere kleine „Baustellen“.



Im Farnhaus werden gegenwärtig die Pflanzgefäße an der rückwärtigen Wand anmodelliert. Das Haus ist bis auf einige kleinteilige Restarbeiten nahezu fertiggestellt. Verzögerungen gibt es indessen beim Bau der Rampe außen am Farnhaus, weil es Lieferschwierigkeiten für die Betonelemente gibt. Die Rampe ist jedoch Voraussetzung dafür, dass die Regenwasseraufbereitungsanlage ins Überwinterungshaus gebracht und eingebaut werden kann.
Parallel zur Installation der Haustechnik und den letzten Arbeiten an der Gebäudehülle hat in den beiden Sukkulentenhäusern der Landschaftsbau begonnen. Um die große Agave herum, die während der gesamten Bauzeit an Ort und Stelle verblieben ist, wurde eine Felsenlandschaft aufgebaut. Mit dem Wegebau kann erst begonnen werden, nachdem die Felsblöcke mit schwerem Gerät in die Häuser gebracht sein werden. In den neuen Sukkulentenhäusern soll die Vegetation der trockenen Subtropen (früheres Kakteenhaus) und der trockenen Tropen (ehemaliger Wintergarten) dargestellt werden.
Im Farnhaus schreitet der Innenausbau weiter voran, sodass man inzwischen schon einen guten Eindruck gewinnen kann, wie das Haus nach der Fertigstellung aussehen wird. Der Fußboden ist fast vollständig wiederhergestellt und die Einfassung für das Pflanzbeet entlang der Längsseite wurde aus Naturstein-Palisaden gesetzt. Die Unterkonstruktion für die Vorhangfassade an der rückseitigen Innenwand ist nach langer Verzögerung nun montiert und die Fassaden-Elemente aus Beton wurden geliefert, sodass ab kommender Woche die Betonplatten angebracht werden können. Die außenliegende Verschattung aus Aluminiumlamellen wurde auf das Farnhausdach montiert. Die Heizkörper wurden angeschlossen und sind nun betriebsbereit.
Momentan gibt es in mehreren Gewerken Verzögerungen. Die Elektroinstallation in den Sukkulentenhäusern kann wegen Personalengpässen erst in der zweiten Hälfte des Monats Mai erfolgen. Dadurch verschiebt sich auch der Wege- und Landschaftsbau in diesem Bereich. Die Gewächshausbauer müssen wegen Quarantäneanordnungen für einzelne Mitarbeiter in verringerter Personalstärke arbeiten. Die Montage der Innenfassade im Farnhaus verschiebt sich weiter, weil die Unterkonstruktion für die Fassadenelemente noch nicht geliefert worden ist. Wegen der immer wieder auftretenden unvorhersehbaren Terminverschiebungen bei den ausführenden Firmen kann noch kein Datum für die Wiedereröffnung festgelegt werden.
Nachdem die Gebäudehülle des Farnhauses und die Anbindung an das Palmenhaus fertiggestellt sind, sind verschiedene Gewerke mit dem Innenausbau beschäftigt. Aktuell wird der Stahlbau für die Galerie ausgeführt. Die zweite Ebene wird vom Treppenturm im benachbarten Palmenhaus aus begehbar sein. Außerdem hat die Sanierung des stark beschädigten Natursteinfußbodens und der Beton-Pflanzgefäße begonnen. Die Heizkörper sind montiert und werden demnächst angeschlossen. Als nächstes wird dann die Innenfassade der Rückwand aus Betonelementen montiert, die denkmalschutzgerecht nach dem Vorbild der bisherigen Fassade aus den 1970er Jahren gestaltet wird.
Vor genau 125 Jahren, am 12. April 1896, wurden die „Gewächs- und Palmenhäuser der Stadt Magdeburg“ am Friedrich-Wilhelms-Garten, dem heutigen Klosterbergegarten, eröffnet. Nach Hermann Grusons Tod am 30. Januar 1895 gingen seine Gewächshäuser mit der exotischen Pflanzensammlung ins Eigentum der Stadt Magdeburg über. In weniger als einem Jahr, zwischen Sommer 1895 und Frühjahr 1896, wurden die Schauhäuser am heutigen Standort errichtet. Schon damals gehörten auch Aquarien dazu. Magdeburg hat damit eines der ältesten, möglicherweise sogar das älteste öffentliche Schau-Aquarium der Welt, das noch am ursprünglichen Standort existiert.
Vor 200 Jahren, am 13. März 1821 wurde Hermann Gruson in Magdeburg geboren. Die eigentlich aus diesem Anlass geplante Tagung mit einem Festvortrag muss wegen der Pandemie auf den 8.-9. Oktober 2021 verschoben werden.
Seit dem 22. Februar wird nach der witterungsbedingten Pause wieder auf der Baustelle gearbeitet.