Momentan gibt es in mehreren Gewerken Verzögerungen. Die Elektroinstallation in den Sukkulentenhäusern kann wegen Personalengpässen erst in der zweiten Hälfte des Monats Mai erfolgen. Dadurch verschiebt sich auch der Wege- und Landschaftsbau in diesem Bereich. Die Gewächshausbauer müssen wegen Quarantäneanordnungen für einzelne Mitarbeiter in verringerter Personalstärke arbeiten. Die Montage der Innenfassade im Farnhaus verschiebt sich weiter, weil die Unterkonstruktion für die Fassadenelemente noch nicht geliefert worden ist. Wegen der immer wieder auftretenden unvorhersehbaren Terminverschiebungen bei den ausführenden Firmen kann noch kein Datum für die Wiedereröffnung festgelegt werden.
Zurzeit wird noch an den Anbindungen der neuen Sukkulentenhäuser an den alten Bestand gearbeitet. Die Fassaden sind bis auf wenige fehlende Scheiben verglast, einschließlich der Zwischenwand zwischen dem ehemaligen Kakteenhaus und Wintergarten. Das Foto zeigt einen Blick in das künftige Schauhaus für die Trockenen Tropen (ehemals Wintergarten). Im Farnhaus wurde heute ein neues Pflanzbeet unter der Galerie aufgemauert. Drei Fensterfelder der Innenwand zwischen Palmenhaus und Farnhaus unterhalb der Galerie wurden mit Mauerwerk ausgefüllt, um dann auf der Farnhausseite eine vertikale Kunstfelsenlandschaft einzubauen. Die Galerie steht im Rohbau, es fehlen aber noch das Geländer, der Gussasphalt und die Anbindung an den Treppenturm im Palmenhaus. Das neue Überwinterungshaus neben dem Farnhaus ist komplett verglast, einschließlich einer neuen Außentür. Hier wird auch ein Teil der Gewächshaustechnik untergebracht – ein neuer Schaltschrank für die Steuerung der Farnhaus-Lüftung wurde bereits in Betrieb genommen.


Nachdem die Gebäudehülle des Farnhauses und die Anbindung an das Palmenhaus fertiggestellt sind, sind verschiedene Gewerke mit dem Innenausbau beschäftigt. Aktuell wird der Stahlbau für die Galerie ausgeführt. Die zweite Ebene wird vom Treppenturm im benachbarten Palmenhaus aus begehbar sein. Außerdem hat die Sanierung des stark beschädigten Natursteinfußbodens und der Beton-Pflanzgefäße begonnen. Die Heizkörper sind montiert und werden demnächst angeschlossen. Als nächstes wird dann die Innenfassade der Rückwand aus Betonelementen montiert, die denkmalschutzgerecht nach dem Vorbild der bisherigen Fassade aus den 1970er Jahren gestaltet wird.
Vor genau 125 Jahren, am 12. April 1896, wurden die „Gewächs- und Palmenhäuser der Stadt Magdeburg“ am Friedrich-Wilhelms-Garten, dem heutigen Klosterbergegarten, eröffnet. Nach Hermann Grusons Tod am 30. Januar 1895 gingen seine Gewächshäuser mit der exotischen Pflanzensammlung ins Eigentum der Stadt Magdeburg über. In weniger als einem Jahr, zwischen Sommer 1895 und Frühjahr 1896, wurden die Schauhäuser am heutigen Standort errichtet. Schon damals gehörten auch Aquarien dazu. Magdeburg hat damit eines der ältesten, möglicherweise sogar das älteste öffentliche Schau-Aquarium der Welt, das noch am ursprünglichen Standort existiert.
Vor 200 Jahren, am 13. März 1821 wurde Hermann Gruson in Magdeburg geboren. Die eigentlich aus diesem Anlass geplante Tagung mit einem Festvortrag muss wegen der Pandemie auf den 8.-9. Oktober 2021 verschoben werden.
Seit dem 22. Februar wird nach der witterungsbedingten Pause wieder auf der Baustelle gearbeitet.
Wegen des strengen Winterwetters müssen die Baumaßnahmen an den neuen Schauhäusern eine Zwangspause einlegen. Bis zum 4. Februar wurde der Stahlbau für die beiden Sukkulentenhäuser weitestgehend fertiggestellt, sodass bei entsprechender Witterung mit der Dachverglasung begonnen werden kann. In diesen Häusern fehlt noch der Sockel, der aber erst bei zuverlässig frostfreier Witterung betoniert werden kann. Das Winterwetter verzögert deshalb den gesamten Bauablaufplan.
Nachdem am 19. November das Glas für das Farnhauses geliefert wurde, hat heute der Einbau begonnen. In den vergangenen Wochen wurden die Vorbereitungen dafür getroffen, indem die Sprossen, Gummidichtungen und Wartungsgänge montiert wurden. Die Montage der etwa 600 Quadratmeter Glas soll in nur zwei Wochen weitestgehend fertiggestellt sein. Nur die Anbindung an das bestehende Palmenhaus ist aufwändiger und wird danach etwas längere Zeit in Anspruch nehmen.
Die baubedingte Schließzeit der Gewächshäuser wird auch dazu genutzt, neue Pflanzenschilder herzustellen. Es wurde in einer Lasergraviermaschine investiert. Damit können die Schilder in einem Arbeitsschritt auf beliebige Größe zugeschnitten und beschriftet werden. Die Schilder werden dann auf abgewinkelte Flachstäbe aus Aluminium geklebt. Im Ergebnis sind die neuen Etiketten optisch ansprechender, gerade bei kleinen Etiketten besser lesbar und nahezu unbegrenzt haltbar. Die Schilder bestehen aus einem zweischichtigen Kunststoff (Acryl-Laminat) mit einer schwarzen Trägerschicht und einer elfenbeinfarbenen Deckschicht. Die schwarze Schrift entsteht, indem die helle Schicht durch einen Laserstrahl entfernt wird. Neben dem wissenschaftlichen und dem deutschen Pflanzennamen werden auf dem Etikett auch das natürliche Verbreitungsgebiet, die Pflanzenfamilie und die Akzessionsnummer angegeben. Zusatzinformationen werden als Piktogramm dargestellt, z.B. bedrohte Arten, Giftpflanzen, Nutzpflanzen oder Arten aus dem historischen Bestand von Hermann Gruson. Die ersten Etiketten wurden heute gesteckt.
